Wie lange dauert es eine Masterarbeit zu schreiben?

Works 4. November 2015

Die Masterarbeit ist meistens die letzte grosse Arbeit, die vor Studienabschluss in Angriff genommen wird. An der Universität Luzern ist dafür ein ganzes Semester vorgesehen, also wenigstens sechs Monate Bearbeitungszeit. Keine andere Arbeit beschäftigt so lange und intensiv wie die Abschlussarbeit – allein schon wegen der Begleitveranstaltungen wie Kolloquien und Sprechstunden, in denen Ideen und Fortschritte präsentiert und mit Betreuern und anderen Studierenden diskutiert werden.

An der Uni Luzern habe ich mich die letzten drei Jahre hauptsächlich mit Organisationen und Management beschäftigt und in meiner Abschlussarbeit über den Überwachungsdiskurs in Schweizer Qualitätsmedien geschrieben. Ich bin ein «hibbeliger» Mensch, möchte mich ablenken lassen und am liebsten alles nur einmal machen müssen. Um mich zeitweise auf das Wesentliche zu konzentrieren, habe ich mir die Zeiterfassungs-App «Tyme» auf dem Computer installiert und laufen lassen, solange ich für die Masterarbeit gearbeitet habe. Bis auf wenige Zeiten bspw. im ÖV, in denen ich meist gelesen oder schnell ein geschriebenes Kapitel überarbeitet habe, ist alles dokumentiert. Die Bilanz liest sich nun wie folgt.

Meine Masterarbeit in Zahlen
Create your own infographics

Kommentar:

482 Stunden Aufwand
Die Anzahl gesamthaft investierte Stunden ist «relativ» hoch. Ich bin sicher, ich habe viel gearbeitet. Für die Abschlussarbeit bekommt man 30 Credits angerechnet, die für 900 Stunden Aufwand stehen. Im Vergleich dazu habe ich also «wenig» Zeit aufgewendet. Wie immer kommt es ganz auf die Perspektive an. Ich persönlich denke, die formalen Vorgaben sind illusorisch, aber irgendetwas muss ja vorgegeben werden.

9 Monate Bearbeitungszeit
Sechs Monate sind vorgesehen, ich habe schon etwas früher angefangen (und am Ende die letzte Seminararbeit nach der Masterarbeit noch offen zu haben). Wie sich im Nachhinein zeigt, war der frühe Start aus verschiedenen Gründen sinnvoll: Erstens bin ich neben dem Studium zu 50% angestellt. Zweitens habe drei Anläufe gebraucht um mich für ein Thema zu entscheiden. Und nicht zuletzt deshalb konnte ich es mir überhaupt erlauben, nur drei Stunden pro Tag (im Durchschnitt) Zeit mit dem Abschlussthema zu verbringen.

3 Konzepte
Dass das Konzept – damit meine ich nicht so eine grobe Inhaltsangabe – sprichwörtlich die «halbe Miete» ist, zeigt sich auch in meinem Fall: Nicht ganz 50% der gesamten Bearbeitungszeit habe ich allein in die Konzeptarbeit investiert. Der relativ hohe Anteil lässt sich aber eben auch mit der Tatsache erklären, dass erst die dritte Idee (für mich) taugte. Trotzdem hat sich die Arbeit gelohnt: Die Aufwände für die Datenanalyse und -auswertung nehmen zusammen nur ein Viertel der Bearbeitungszeit ein.

Ob sich der ganze Aufwand gelohnt hat, wird sich in Kürze zeigen. Dann bekommen wir den Notenbescheid.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.